Verrat am Kindeswohl
Erfahrungen von Müttern mit dem Sorge- und
Umgangsrecht in hochstreitigen Fällen
Anita Heiliger/Traudl Wischnewski (Hg´innen),Verlag Frauenoffensive, 2003, 19.90 €
| 1998 trat das neue Kindschaftsrecht in Kraft, in dem die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall verankert ist.
Seitdem häufen sich dramatische Fälle, in denen die praktische Umsetzung des Rechts es Müttern erschwert
bis völlig unmöglich macht, ihre Kinder vor Gewalt und Machtmißbrauch durch Väter zu schützen. Gerichte, GutachterInnen und Jugendämter verfahren nach der Annahme: der Vater habe ein Recht auf sein Kind und das Kind brauche unbedingt einen Vater für eine unbeschädigte Entwicklung. Mütter werden deshalb gezwungen, gemeinsamer elterlicher Sorge, aber auf jeden Fall einem Umgang des Vaters mit dem Kind, zuzustimmen. Selbst bei Verdacht auf sexuellen Mißbrauch durch den Kindsvater sowie bei Gewalt gegen die Mutter wird die Verweigerung des Umgangs von den Behörden oft nicht akzeptiert. Wenn ein Kind Angst hat und seinen Vater nicht sehen will, wird dies oft als Manipulation der Mutter interpretiert. |
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| Mütter und Kinder werden oftmals, z.T. mit hohen Zwangsgeldandrohungen oder sogar mit
der Androhung des Sorgerechtsentzugs und ohne Rücksicht auf körperliche und seelische Schäden, zum
Kontakt mit erziehungsungeeigneten und gewalttätigen Vätern gezwungen. Das Buch "Verrat am Kindeswohl" gibt den Erfahrungen der Mütter im oft verzweifelten Kampf um den Schutz ihrer Kinder Raum. Ihre Berichte, ergänzt durch eine Fragebogenauswertung, und bestätigt durch einige Fachbeiträge, machen die Gefahr für viele Kinder und die Dramatik der Situation deutlich. Das Buch will Öffentlichkeit herstellen, Institutionen wie Gerichte und Jugendämter aufklären, sowie die Politik informieren. Es möchte die betroffenen Mütter stärken und einen Betrag leisten, Praxis und Gesetzgebung zugunsten des Kindeswohls zu verändern. |